bm Regional. Für die einen bedeutet die Corona-Pandemie weniger Geld, bedingt durch Kurzarbeit oder gar keine Arbeit. da kommen schnell Ängst auf. Wie geht es weiter? Wie plant man in die Zukunft? Und für die anderen gibt es in dieser Zeit mehr Arbeit denn je, für andere ist Kurzarbeit angesagt oder gar keine Arbeit.
Andere wiederum nutzen diese besondere Zeit, um zu investieren. Meistens in Immobilien oder das Eigenheim. Die Bau- und Heimwerkermärkte können ein Lied davon singen. Auch die Handwerksbetriebe sind bis oben hin voll mit Arbeit. “Wir müssen so viel arbeiten, wir haben gar keine Zeit, selbst an unserem Haus etwas zu machen”, erzählt eine Befragte. Die Gunst der Stunde im wahrsten Sinne des Wortes nutze Bettina Dorow. Die derzeitige Thurauerin hat sich ein Haus gekauft. “Es kam alles zusammen: Corona, die günstigen Zinsen und dann lief mir noch per Zufall mein Traumobjekt über den Weg. Jetzt ist für mich ein Traum in Erfüllung gegangen und ich bin stolze Hausbesitzerin.” Kurzarbeit hätte sie nicht, dadurch bleibe der Verdienst auch gleich. “Wir renovieren allerdings viel selbst, das spart dann doch etwas Geld.”
Handwerker zu bekommen ist zurzeit ohnehin schwierig, denn dieser Berufszweig ist voll mit Arbeit. Das ist zwar nichts Neues, aber die Pandemie hat in dieser Branche nicht für Stillstand gesorgt. “Ich habe das Gefühl, die Leute wollen ihr Geld anlegen und investieren jetzt alle in Heizungsanlagen. Ich kann gar nicht mehr alle Kunden bedienen”, informierte ein Unternehmer. Alfred Veith aus Woltersdorf ist selbstständiger Zimmermann. “Es gibt viel zu tun. Früher war ich immer woanders unterwegs, weil es hier nicht so viele größere Aufträge gab. Die Zeiten haben sich grundlegend geändert. Arbeit gibt es genug. Man selbst spart dadurch, dass es keine Veranstaltungen gibt. Aber die Menschen investieren. Früher nannte man es, das sogenannte Betongeld – die Investition in Immobilien.”
Gut zurechtzukommen und keine Angst vor einer Rezession scheinen zumindest die Menschen zu haben, die nicht von Kurzarbeit betroffen sind und teilweise im Homeoffice arbeiten. Dort scheint es eine Art von Entspannung zu geben. Eva Adler Scholz aus Prezelle gehört zu diesem Personenkreis. “Ich persönlich habe Geld gespart. Wir sind nicht mehr Essen gegangen, ich habe mir nichts gekauft, weil die Läden zu waren und im Internet bestelle ich ungern. Eine größere Investition steht derzeit nicht an. Und ich habe auch keine Angst vor der Zukunft, was das Finanzielle betrifft.” Ähnlich sieht es auch Sylvia Kuhn , die als Postbotin im gesamten Kreisgebiet unterwegs ist. Beruflich merkt sie die Mehrarbeit. “Es ist, als würden Ostern und Weihnachten zusammenfallen. Es wird unglaublich viel bestellt. Von Klamotten über Öle bis hin zu Autoersatzteilen.” Privat ist sie entspannt. “Ich habe überhaupt keine Panik, auch nicht vor einer möglichen Rezession. Ich denke, man sollte erst mal abwarten und sich nicht verrückt machen.”





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